Türsteher

„Man geht mit einem anderen Gefühl hin.“ Mit diesem anderen Gefühl meint Janik Albrecht Sicherheit und das Gefühl, in Ruhe feiern zu können. Albrecht ist einer der beiden Schülersprecher des Gymnasiums Ramstein-Miesenbach und hat die Oberstufenparty der Schule mit organisiert. Der Ort der Veranstaltung ist die Markthalle in Kaiserslautern, und da hat Janik Albrecht ein gutes Gefühl. Ein kompetentes Team an Sicherheitspersonal sorgt dafür, dass es in der Markthalle sicher ist. „Die Security hier ist sehr nett, aber auch sehr konsequent, wenn es notwendig ist“, so der 18-jährige Oberschüler. „Man merkt, dass es ein gutes Team ist.“ Das sie ein gutes Team sind, davon ist auch Anke Henkel überzeugt. Zusammen mit ihrem Kollegen Pascal Noll und fünf weiteren Kollegen arbeitet sie heute Nacht in der Markthalle. Ihr Arbeitsbereich sind der Eingang und der Innenraum der Diskothek. „Als Türsteher braucht man ein dickes Fell und Durchsetzungsvermögen“, beschreibt Pascal Noll den Beruf. Man muss einiges aushalten können. Nicht jeder versteht, warum ihm der Zugang zur Diskothek verwehrt wird. „Da fallen auch schon mal üble Schimpfworte“, so Noll. Henkel und Noll sind seit 20 Uhr im Einsatz. Bei der Schulparty ist nicht mit schweren Vorkommnissen zu rechnen. An Wochenenden ist das Publikum gemischter. „Als Türsteher entwickelt man einen Blick für Menschen“, erzählt Anke Henkel, die seit 18 Jahren in diesem Metier arbeitet. Alle Leute des Teams seien über Funk miteinander verbunden. Auch halte man Blickkontakt untereinander, um bei Schwierigkeiten sofort präsent zu sein, so Henkel. „Wir arbeiten schon sehr lange zusammen, das ist schon fast Freundschaft. Wir können uns absolut aufeinander verlassen.“ Am Eingang zählt der erste Eindruck, und der hat sie noch selten getäuscht. So kann es schon zu Körperkontrollen kommen. Besonders wird dabei auf Waffen geachtet, denn diese gehören nicht unbedingt zu einem gemütlichen Abend. Auch die Handtasche ist vor den Blicken der Security-Leute nicht sicher. Es komme schon vor, dass die Freundin ein Messer in das Lokal schmuggeln wolle, welches bei der Körperkontrolle ihres Freundes gefunden werden könnte. Auch der Alkoholpegel spielt eine große Rolle. Personen, die stark alkoholisiert sind, wird grundsätzlich der Zutritt verwehrt. Dass trotz Routine und Erfahrung diese Mechanismen auch einmal versagen können, zeigt eine Geschichte, die vor nicht all zu langer Zeit passiert ist. „Es war einer unserer Stammgäste“, erinnert sich Anke Henkel. Ein Amerikaner, der an diesem Samstagabend top gestylt vor der Tür der Markthalle auftauchte. Hut, Anzug mit Weste, alles vom Feinsten. Er sei allerdings etwas gehumpelt und habe deshalb einen Gehstock dabei gehabt. Eigentlich ist dies nicht erlaubt, aber da er versicherte, dass er sich am Bein verletzt habe, und man ihn kannte, drückte der Türsteher ein Auge zu und ließ ihn ins Lokal. Als der Gast einige Zeit später die Toilette aufsuchte, bat er Anke, auf den Stock aufzupassen. Es war ein ausgesprochen schönes Stück mit einer Billardkugel als Handknauf. Mehr zum Spaß probierte sie, ob man die Kugel drehen könne. Die Kugel ließ sich tatsächlich drehen, und zwar so weit, dass sie einen 50 Zentimeter langen Dolch freigab, der in dem Stock steckte. Für den Gast war der Abend zu Ende, und für die nächsten vier Wochen erhielt er Lokalverbot. Diese Geschichte sei zwar eine Ausnahme, zeige aber, wie wichtig es sei, genau zu kontrollieren, so Anke Henkel. Dass das Security-Team einen guten Job macht, bestätigt auch Mirza Kucukalic. Der 36-Jährige ist einer der drei Geschäftsführer, die die Markthalle 2008 übernommen haben. Er schwört auf ein hauseigenes Sicherheitsteam. „Unsere Security passt gut zusammen, hat gute Umgangsformen und ist immer da, wenn sie gebraucht wird“, schildert Kucukalic die Eigenschaften seines Teams. „Auch in angespannten Situationen reagieren sie nicht unüberlegt und verhalten sich den Gästen gegenüber respektvoll.“ Als besonderen Vorteil sieht er es jedoch, dass es Leute sind, die sich in der Stadt auskennen. „Die kennen die Szene genau und wissen, wie sie die Leute einschätzen müssen“, so der Geschäftsführer. Mittlerweile ist es nach 22 Uhr, und die Oberstufenparty nimmt Fahrt auf. Auch der Andrang vor der Tür wird größer. Pascal Noll führt das darauf zurück, dass der Getränkemarkt in der Nachbarschaft jetzt schließt. Mit dem Gedränge wird es auch für die Türsteher hektischer. Während Pascal Noll den Ausweis eines Jugendlichen überprüft, ist seinem Kollegen eine junge Dame aufgefallen, die den Eindruck erweckt, schon etwas zu viel getrunken zu haben. Er lässt sie auf einem Bein stehen und die Arme ausbreiten. Trotz ihrer High Heels hält sie das Gleichgewicht und kann passieren. „Es ist immer besser, einmal etwas genauer hinzuschauen, als später Ärger mit einem Gast zu bekommen“, so Pascal Noll. Diese Einstellung des Türstehers sorgt auch bei Janik Albrecht dafür, dass er für seine Oberstufenparty und den Rest der Nacht in der Markthalle ein gutes Gefühl hat. (pbü)